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Mrz

1

Hallo Freunde der Original Favorite

By Coffee2Cup

Ich kann nur hoffen, das jemand entweder mit Absicht oder aus Versehen hier auf meinen Blog kommt und das liest:
Ich habe eine Zwanger Typ 3, ohne eine Idee zu haben, wie ich die denn verdrahten muß, sozusagen einen Stromlaufplan.
Diese Mühle sieht gut aus und deshalb möchte ich sie sehr gerne wieder in den Betrieb nehmen.
Maschine_Komlett
Bodenplatte_2Bodenplatte_1

Ich besaß schon einmal eine OF Typ 3 gehabt und mir auch den genauen Stromlaufplan aufgeschrieben – leider ist dieses Document weg. Da ich zu dieser Zeit auch keine Digitalkamera hatte, konnte ich auch kein Bild davon machen.

Falls jemand eine von diesen Mühlen ‚Original Favorite Typ3‘ ‚Typ 2‘ oder ‚Typ 1‘ hat oder aber Freunde von euch, möchte ich euch bitten, das ihr die Bodenplatte entfernt und ein paar Photos von den E-Teil(en) zu machen und sie mir zukommen lasst.
Entweder via [Sea]Mail oder via Post.
Ich benötige die Anschlüsse / Kabelfarben, wo sich die Kabel befinden und was sich sonst noch darin befindet.

Ich bedanke mich herzlichst für euer Interesse und hoffe darauf, das jemand eine OF Typ 3, 2 oder 1 noch auf dem Speicher, Keller oder als Dekostück zu stehen hat.

Tschüß
Jan & Chehna


°° C2C °°

Jan

31

Original Favorite Reparaturanleitung III

By Coffee2Cup

Da jede Original Favorite sich im Typ unterscheiden, z.b habe ich eine mit dem Typ 3 und eine 360 V Drehstrommühle besessen, bin ich immer erpicht darauf, das mich die Leute anschreiben um ihren Typ hier vorzustellen und möglichst mit einer Reparaturanleitung. Herr Winterhalter hat eine Mokkamühle und eine des größeren Bautpys. Ich habe jetzt von Herr Schwarz eine Reparaturanleitung über die OF K1A bekommen. Ich habe ihn gebeten, das er mich diese auf meine Website/Blog nehmen lässt und er hat zugestimmt.

» Bitte auf die Bilder klicken, sie vergrößern sich dann. Vielen Dank! «

Hier ist seine Anleitung zur …

Reparatur am Elektromotor einer Zwanger K1A

Einleitung
Das Baujahr dieser Kaffeemühle ist mir nicht bekannt. Ich habe sie umsonst erhalten, weil sie defekt war. Also keines dieser abgedrehten „Angebote“ über tolle Deko-Sammler-Stücke für viele Euroscheine. Immerhin schien das Gerät noch komplett zu sein, es fehlt nur der Knauf am Trichterdeckel, und der Zustand von Lackierung und Chromteilen ist noch akzeptabel. Nach dem Anschalten brummte der Motor nur sehr unangenehm, sodass ein sofortiges Ausschalten angesagt war.

01_Geraet02_Typschild
Die Lackierung ist noch recht gut, die Chromteile glänzen nicht mehr richtig, haben reichlich Rostflecken und zahlreiche Beulen. Trichter und Kaffeebehälter sind vorhanden, ebenso die zugehörigen Deckel, aber am Trichterdeckel fehlt der Knauf.

Diese Anleitung sollte zunächst bis zum Ende durchgelesen und verstanden werden. Es geht um Strom, der lebensgefährlich ist, der aber auch das Gerät bzw. den Motor komplett ruinieren kann.

Ursachenforschung
Wenn der Elektromotor nicht dreht, aber hörbar Strom bekommt, könnte er mechanisch blockiert sein. Also wurde zunächst das Mahlwerk geöffnet und gereinigt. Dazu gibt es bereits diese beiden Anleitungen Teil 1 und Teil 2, die sehr hilfreich sind.

Um eine Reinigung wird man nicht umhin kommen. Und wären die Mahlscheiben kaputt, wären weitere Arbeiten am Gerät unnötig. Es macht also Sinn, sich zunächst mit Reinigung zu beschäftigen, und auf diesem Weg auch etwas über das Gerät und seine
Funktionsweise zu lernen. Und nur eine gängige Mechanik kann schadlos von einem Motor angetrieben werden.

03_Mahlscheibe_vorn04_Mahlscheibe_innen
Die vordere Mahlscheibe auf dem Mahlscheibenträger, der sonst auf der Antriebswelle sitzt. Die innere Mahlscheibe, zugesetzt mit altem Mahlgut, und die Antriebswelle, die sich immerhin drehen lässt.

05_Schluessel Angefeilter Werkzeugschlüssel, um den Mahscheibenträger von der Welle zu lösen / kontern.

Schaltet man diese Maschine nun ein, ohne Mahlscheiben, und dreht die Welle von Hand an, startet der brummende Motor durch – na immerhin. Also wurde alles schön gereinigt, das Kugellager im Mahlscheibenträger ausgebaut und gefettet, alles zusammengebaut und das Mahlwerk kalibriert (s. o.g. Anleitungen).

Wichtige Anmerkung:
Ab hier wird es elektrisch. Ich bin kein Elektriker, man möge mir falsch angewandte Fachbegriffe, oder das Fehlen solcher, verzeihen (und gerne ergänzend kommentieren).

Diese Maschinen sind sehr alt, die innen liegenden Kabel möglicherweise porös, die Schalter möglicherweise nicht korrekt (ab-)schaltend –

ElektroSign
es kann also überall jederzeit unerwartet Strom anliegen und Lebensgefahr bestehen !!!

Ein funktionierendes Mess- oder Stromprüfgerät ist zwingend erforderlich. Wer sich daran macht, an der Elektrik zu arbeiten, ist dafür selbst verantwortlich.

Autor und Betreiber der Seite übernehmen keinerlei Haftung.

Funktionsweise des Geräts beim Einschalten
Der verwendete Elektromotor braucht beim Start mehr Kraft, also mehr Strom, als im Normalbetrieb, also beim Mahlvorgang. Dazu gibt es im Gerät einen zusätzlichen Stromkreis, der nach dem Anlaufen des Motors ausgeschaltet wird. Die folgenden Bilder zeigen die dazu verbaute Mechanik.

06_Motor_hi Der „Chrom-Popo“ war mit einer zentralen Schraube an einem innen liegenden Träger verschraubt. Hinter diesem sieht man eine schwarze Trägerplatte mit der Aufschrift „Schaltmoment bei 2200 UpM“.

07_Motor_hi_re Hinten rechts: In der Mitte befindet sich ein Fliehkraftschalter an der im Motor liegenden Antriebswelle. Im Vordergrund ist ein im Betrieb stromführendes Kabel des Zusatzstromkreises.

08_Motor_hi_li Hinten links: Aus dem Fliehkraftschalter ragt ein Stift heraus, der Auslöser. Dieser drückt auf eine Kontaktwippe, die von Federn unter Spannung gehalten wird.

09_Schaltung Hier wurde die Trägerplatte abgeschraubt. Wenn der Auslöser also auf die Kontaktwippe drückt, wird der Zusatzstromkreis geschlossen.

10_Ausloeser Der Stromkreis führt von rechts nach links durch die Wippe, und kann durch den Auslöser durch Druck geschlossen werden. Dadurch spannen sich die beiden Federn, die den Kontakt trennen, wenn der Auslöser keinen Druck auf die Wippe ausübt.

Wenn der Motor eingeschaltet wird, bekommt er Strom von zwei Stromkreisen. Dann dreht sich die Antriebswelle und durch Fliehkraft wird der Auslöser in das braune Gehäuse des Fliehkraftschalters gezogen. Dadurch wird der Kontakt des Zusatzstromkreises unterbrochen, da er nach dem Anlaufen nicht mehr benötigt wird. Schaltet man die Maschine aus, tritt der Auslöser wieder aus dem Gehäuse, drückt auf die Wippe und schließt damit den Kontakt zur Vorbereitung des nächsten Starts.

Problem und Lösung
Der vorgefundene Zustand war, dass der Motor brummt und nur von Hand, durch eine leichte Drehung der Welle, in Gang gebracht werden kann. Es fehlt also am notwendigen Zusatzstrom. Da aber Strom am entsprechenden Kontakt anliegt, funktioniert die Schaltung des Kontakts nicht.

Das ließ sich auch leicht, im zusammengebauten Zustand, durch Druck mit einem isolierten Schraubenzieher auf die Wippe nachvollziehen. Dann wurde der Kontakt geschlossen, und auch durch den Auslöser geschlossen gehalten.

Das Problem ist also, dass der Auslöser beim Ausschalten nicht weit genug heraustritt, um auf die Wippe zu drücken. Entweder ist er zu schwach, oder an der Spitze etwas abgenutzt (ist ja nur altes Plastik). Den Schalter selbst habe ich lieber nicht aufgeschraubt, weil ich nicht weiß, was mir da entgegenkommt.

Der erste Versuch war, auf die Spitze des Auslösers ein Stückchen Isolierband zu kleben. Das funktionierte aber nur kurz. Durch die Fliehkraft löst es sich schnell. Außerdem war es bereits zu dick. Das führte dazu, dass der Zusatzstrom nicht schnell genug abgeschaltet wurde, und umgehend die Motorsicherung rausflog. Diese Kontaktwippe ist wirklich ein sehr fein reagierendes Stück Mechanik – und anscheinend muss das so sein. Es sei darauf hingewiesen, dass wenn die Motorsicherung nicht funktionieren würde, an diesem Punkt auch der Motor durchbrennen kann!

11_Loesung Das ist die in diesem Fall hinreichende Lösung. Der Alublock in der Mitte ist auf der Trägerplatte mit einer zentralen Schraube von hinten befestigt. Die Schraube wurde etwas gelöst. Dann wurde ein Stück dickeres Papier unter den Block geschoben und die Schraube wieder angezogen (und mit einem Cutter das überstehende Papier entfernt).

Durch das untergelegte Papier verringert sich der Abstand zwischen Auslöser und Wippe in einem Maße, dass beim Abschalten des Geräts der Auslöser gerade so weit auf die Wippe drückt, dass diese den Kontakt schließt und geschlossen hält.

Weiteres Problem: der Ein-/ Ausschalter
Nachdem die Maschine nun prima läuft, stellte ich fest, dass der Hauptschalter einen Wackelkontakt haben muss. Auch das konnte ich beheben. Aber: dazu musste ich den Schalter auseinander bauen …. und deshalb die Warnung: der Schalter besteht aus ca. 20 Einzelteilchen, die von zwei Federn unter Spannung gehalten werden, und die sich plötzlich in alle Himmelrichtungen verteilen, wenn man den Schalter aufschraubt. Dann hat man das Problem, die Teile wiederzufinden, ihren korrekten Zusammenbau auszutüfteln und sie schließlich wieder gegen die Federspannung zusammen zusetzen.

12_Hauptschalter Im geöffneten Standfuß sieht man den zweigeteilten Hauptschalter für die zwei Stromkreise. Da wenig Platz ist, sollte man den Schalter ausbauen. Dazu ist außen eine Rändelschraube, innen eine Mutter gekontert. Unbedingt sind die Kabel vor dem Lösen zu markieren, damit am Ende der Strom wieder da lang fließen kann, wo er es soll.


13_Hauptschalter_Z_O
Weitere Fotos zum Schalter habe ich (völlig genervt) nicht gemacht. Im Anhang befindet sich die Explosionszeichnung (im wahrsten Sinne).

Der Schalter besteht aus einer metallenen Einfassung. Innen befinden sich zwei Blöcke aus Bakelit, an denen sich je zwei Kontakte befinden. Die beiden Blöcke sind durch eine Platte getrennt, die auf beiden Seiten insgesamt vier Abstandhalter hat. Das ganze wird fixiert durch zwei Schrauben die von rechts nach links, oben und unten, den ganzen Block zusammenhalten.

In so einem Bakelitblock (beide sind gleich aufgebaut) befindet sich hinten eine kleine Metallwalze, die nach oben an die Kontakte geschoben wird, wenn man den Schalthebel von außen bewegt. Diese Walze wird durch ein isoliertes Gegenstück an das hintere Bakelit gedrückt. Das Gegenstück hat vier Metallstifte. Diese zwei Isolatoren sind miteinander durch ein Blechstück verbunden. Auf die Metallstifte wird eine kleine Feder aufgesetzt und abschließend eine kleine Metallplatte, welche die Feder zusammendrücken kann. Diese Metallplatte wird durch den außen liegenden Schalthebel in den vier Metallstiften gehalten.


14_Hauptschalter_Z_S
Muss man das Ganze zusammenbauen, bereitet man zuerst die Federn vor.

Sie werden mit zwei Drähten zusammengedrückt. Dann nimmt man Zwirn und bindet die Federn fest zusammen, sodass man die Drähte wieder entfernen kann. Hat man am Ende den Schalter wieder verschraubt, kann man den Zwirn mit einem Cutter und einer Pinzette aus den Federn zupfen.
Es empfiehlt sich, zunächst die untere Schraube einzuführen und die Bakelitblöcke und die Trennteile aufzureihen. Zieht man die Schraube noch nicht zu fest, kann man das alles als Block nach außen schwenken und ganz gut in der Hand halten. Aber vorher mal die Abstandsringe anschauen – die sind wohl handgefertigt und unterschiedlich dick. Man hat am Ende ein Problem, wenn man die beiden dicksten Exemplare mit der oberen Schraube fixieren will, denn da reicht dann der Platz nicht.


15_Hauptschalter_Z_D
Bei den Kleinteilen beginnt man mit den hantelartigen Kontaktwalzen.
Die haben eine flache Führungsschiene in den Bakelitblöcken. Dann setzt man die Isolatoren auf, die beide mit einem Blech verbunden sind. Dann folgen die verzwirnten Federn und die beiden Abschlussbleche. Das balanciert man nun so aus, dass man mit dem Schalthebel zwischen die Metallstifte auf die Abschlussbleche drückt …. und klappt vorsichtig den Schalterblock zusammen. Den kann man nun mit der oberen Schraube schließen, dabei die Abstandsringe nicht vergessen.

Und sicher, das Puzzle fällt einem x-mal auseinander.

Schlussbemerkung
Diese Anleitung soll den Benutzern dieser Kaffeemühlen helfen, ihre liebgewonnenen Schätzchen zu erhalten.

Diese Anleitung ist nicht dazu gedacht, Antiquitätenhändlern oder privaten Verkäufern ihr Geschäft zu erleichtern, die bestenfalls als Ersatzteilträger geeigneten Rosthaufen hochpreisig anzubieten, weil es ja so viele gute Anleitungen im Internet zur Reparatur gäbe.

Repariert selber – und stellt Beschreibungen zur Verfügung!

Jochen Schwarz


°° C2C °°

Mai

14

Original Favorite Reparaturanleitung Teil II

By Coffee2Cup

Ich habe den ersten Teil der Reparaturanleitung vor zig Jahren geschrieben, wahrscheinlich etwas konfus und so das andere da nicht durchblicken können. Aber mich haben auch nicht wenige Leute angeschrieben, via Mail oder via Telefon, die dieses als Basiswissen für ihre eigene Original Favorite verwendet haben.
Da meine drei Original Favorite (n) nie wieder zu reparieren war, habe ich mich auch damit nicht mehr beschäftigt.

Diese Reparaturanleitung Teil 2 kommt von Clemens Winterhalter. Ich habe ihn gefragt, ob er sie mir zur Verfügung stellt, damit ich sie hier veröffentliche.

Wartungsanleitung
Zwanger Favorite Kaffeemühlen dieser oder ähnlicher Bauart

Favorite_Clemens_Maschine_0Favorite_Clemens_Maschine_00

Meine beiden Maschinen verwende ich regelmäßig, mahle damit meinen Espressokaffee.
Das ist problemlos auch in großen Portionen (eine Trichterfüllung) möglich.
Da die Geräte alt aber funktional, schön und erhaltenswert sind, brauchen sie ein wenig Zuwendung, wenn mann sie auf Dauer nicht nur anschauen sondern auch benutzen möchte.
Bei der Einstellung des Mahlgrades gab es Probleme, Die gewünsche Feinheit für den Espresso war nicht zu erreichen, der Kaffee zu grob und ungleichmäßig gemahlen. Die Einstellung erfordert zu viel Kraft.

Konstruktion des Mahlwerks:

Zwei Mahlscheiben, eine feste innere und eine axial auf der Motorwelle verschiebbare äußere, rotieren gegeneinander. Der Abstand der Scheiben bestimmt die Feinheit des gemahlenen Kaffees.
Das kann mit dem Regulierrad eingestellt werde.
Im Inneren des Einstellrades sorgt eine Lochscheibe aus Kunststoff dafür, das das stufenweise geschehen kann. Die Lochscheibe drückt mit ihrem Gewindekern auf einen metallischen Stempel, der die äussere Mahlscheibe je nach Stellung des Rades mehr oder weniger an die innere Scheibe heranführt.
Für die Regulierung sind zwei Dinge wichtig,

• die äußere Mahlscheibe muss sich axial auf der Motorwelle leicht gegen die innere bewegen können.
• der Spalt zwischen äußerer und innerer Mahlscheibe muss über die Regulierschraube durch den Stempel verändert werden können, der kugelgelagerte Stempel selbst muss sich frei radial mitdrehen.

Beide Funktionen sind durch den Gebrauch der Maschine (Kaffeereste) Verschmutzung und Verschleiß unterworfen und müssen gelegentlich gereinigt werden.

Vorgehen:

Es muss zunächste der Regulierknopf auf Stufe 9 (ganz grob) herausgedreht und entfernt werden. Kunststofflochscheibe herausdrehen, der Raststift sitzt lose auf einer Feder. Danach die beiden Rändelschrauben lösen und den kompletten Einstellkopf abnehmen.

Wartung des kugelgelagerten Stempels:

Mit dem Finger oder wenn das nicht geht, mit einem geeigneten Werkzeug den Stempel zur Innenseite hin herausdrücken.
Das Kugellager mit einem kleinen Abzieher abnehmen. Darauf achten, dass die Kugeln und die Distanzscheibe auf dem Kugellager nicht verloren gehen. Das Lager hat keinen geschlossenen Käfig! Das Lager mit Waschbenzin sorgfältig reinigen und mit geeignetem Kugellagerfett wieder befüllen (das ganze geht notfalls auch ohne das Lager abzuziehen). Den Stempel wieder aufstecken. Er muss sich nun leicht drehen können. Die Distanzscheibe nicht vergessen!
Ein blockierendes Lager zerstört sowohl die Lagerbüchse im Kopf als auch den Stempel selbst, die Auflagefläche der äußeren Mahlscheibe und die Mitnehmerplättchen aus Pertinax. Wegen der großen Kräfte wird auch die Lochscheibe aus Kunststoff zu sehr belastet, wird heiß und verformt sich, evt. sogar dauerhaft („eiert“).

Wartung der äußeren Mahlscheibe:

Abnehmen der äußeren Mahlscheibe.

Von grobem Werkzeug und Gewalt rate ich ab, das Material ist relativ weiches Metall, (Eisen die Welle,die Hohlachse der Mahlscheibe, Aluminium das Maschinengehäuse), also ist Vorsicht geboten, um Beschädigungen der Oberflächen und spätere Unwucht der Scheibe zu vermeiden. Geht etwas kaputt, ist die Maschine unwiederbringlich verloren, Ersatzteile sind ja nicht mehr verfügbar *. Die Mahlscheiben selbst sind komplex geschliffen und nicht reparabel oder aufzuarbeiten.

Ich rate zu folgendem Vorgehen:

Kunststoffplättchen (Pertinax) im dem Spalt zwischen Motorachse und Mahlscheibe lockern und mit einer geeigneten Zange entfernen.
„Einweichen“ des Spaltes zwischen Motorwelle und Scheibenachse mit einem lebensmittelgeeigneten Öl z. B. Ballistol. Die Hohlachse und Scheibe haben einen Schlitz, der muss nun mit einem geeigneten Werkzeug sicher festgehalten werden.
Hier hilft evt. nur ein selbstgebautes „Spezialwerkzeug“

Favorite_Clemens_Spezialwerkzeug_1Favorite_Clemens_Spezialwerkzeug_2

Flacheisen mit passender Aussparung für die Befestigungsschrauben des Einstellkopfes, Schlitz zur Aufnahme der Festhaltekeile /Schraubenzieher zum Festhalten der äußeren Mahlscheibe, zentrales Loch 10mm für den Schlitz in der Motorachse.
Besser komplett aus einem passenden T-Eisen gesägt, gefeilt und gebohrt, oder ein großer Schraubenzieher. Mit einem zweiten Schraubenzieher mit der Klingenbreite von 10mm kann nun die Motorachse gegen die Hohlwelle der Mahlscheibe losgerrüttel werden. Sie kommt dann durch drehen von selbst nach vorne. Ein Schraubenzieher vorsichtig von unten zwischen die Trägerplatten der beiden Mahlscheiben hilft dabei. Alles ein paarmal hin und her, so wird die Scheibe ganz aus dem Gehäuse herausbefördert und kann komplett von der Motorachse abgezogen werden.
Reinigung der Hohlachse und der Motorwelle mit Ballistol auf einem Leinenstreifen. Kein Schmirgelpapier!
Nach dem Aufsetzten muss sich die Scheibe auf der Achse wieder leicht nach innen drücken lassen. Sie kommt durch eine Feder nach dem Eindrücken wieder etwas heraus, das muss so sein.

Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.

Die Nullstellung der Regulierschraube (= kleinster Mahlgrad) wird durch Rechtsdrehen bei laufendem Motor bis zum metallischen Kontakgeräusch zwischen den beiden Mahlscheiben gefunden. Ein Loch zrückdrehen und die Regulierschraube mit der Null nach oben wieder aufsetzen.
Fertig.
Nach diesen Maßnahmen ließ sich der Kaffee sehr fein und gleichmäßig mahlen.
Ich bin seither vollauf zufrieden.

Nach bestem Wissen und Gewissen, aber natürlich ohne Gewähr!
* ungeprüft ebay 21.3.2012: Die Maschine hat die gleichen Mahlscheiben wie die Olympia Express Moca und sind austauschbar. www.olympia-express.ch

Frankfurt, Dezember 2012
Clemens Winterhalter

Dokumentation in Bildern

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°° C2C °°

Okt

5

Gebrauchs & Reparaturanweisung

By Coffee2Cup

für die Original Favorite

Du hast dir eine geschichtsträchtige Kaffeemühle gekauft
– Die Original Favorite von Karl A. Zwanger.
Sie ist ca. 30 – 60 Jahre alt.

Ich weise dich darauf hin, das diese Firma nicht mehr extistend ist, und ich habe die Reparaturanleitung geschrieben. Allerdings muß ich dich auch darauf hinweisen, das keinerlei Gewährleistung übernehme. Ich habe mich in meiner Freizeit hingesetzt und diese Maschine(n) repariert mit dem Ergebniss sie liefen alle.

Original_Favorite_220VOriginal_Favorite

Auf dem Typenschild welches sich auf einer Seite der Maschine befindet,kann man lesen:

OF_Typenschild

die Type
die Typennummer
den Motor
die KW Zahl und die Betriebsart
dann die U/min
die Voltzahl und die Ampereziffer

Der Wechselstrommotor hat eine Haupt und Hilfswicklung. Die Hilfswickung ist eigentlich nur für den Anlauf der Maschine vorgesehen, durch einen eingebauten Fliehkraftregler wird sie selbsttätig abgeschaltet. In Anlauf nehmen diese Motoren den 4-5 fachen Nennstrom auf.

Die Drehrichtung bei Drehstrommotoren ist wichtig! Die Drehrichtung muß wenn man gegen das Mahlwerk sieht rechts herumlaufen.

Zuerst den ganzen SchnickSnack abgenehmen (Kaffeetricher, Kaffeebehälter ect.)

Grob/Feineinstellung: Du mußt (In Großbuchstaben) die Kaffeemühle ganz auf grob stellen, das ist sehr wichtig, für den späteren Zusammenbau.

Auf dem Chromfarbenen Deckel siehst du zwei Schrauben, bitte drehst du die zentrale Schraube heraus. Jetzt mußt du den Deckel herrunternehmen. Jetzt siehst du eine löcherige Scheibe. Dann kannst du deine Kaffeemühle einschalten (Und das ist KEIN Scherz, kann aber nichts passieren). Dann drehst du die Lochscheibe VORSICHTIG rechtsherum bis sich die Mahlscheiben mit kreischendem Geräusch berühren. Hierauf die Lochscheibe 1 Loch zurückdrehen bzw. das die Mahlscheiben aufhören zu kreischen. Dann erstmal ausschalten und den Deckel mit der Ziffer O nach oben wieder aufsetzten und das zentrale Schräubchen wiederreindrehen. Und nun kannst du deine Kaffemühle von Grob zurückdrehen auf Fein. Wenn du sie ganz auf fein drehst berühren sich die Mahlscheiben zwangläufig.

Und bitte daran denken: Diese Maschinen sind nicht mehr die Jüngsten, d.h. wenn du Kaffee darin mahlen möchten: NIE zuviel Kaffee in den Tricher geben. 150g – 180g weise bitte (ich mache es genauso) Wenn sich die Mahlscheiben berühren, muß der Motor sehr viel mehr leisten, und er kann dabei irreparabel werden. (Und das wollen wir beide nicht, du, weil du sie gekauft haben, und ich weil es nicht mehr so viele Favorite gibt) Also 150g -180g nur.

Außerdem ist es zweckmäßig, da der Vorbrecher bei dir (eigentlich in jeder Maschine) zersplittert ist. Der Vorbrecher ist ein Gerät, so aussehend wie ein Keil der beim Eintreten in das Mahlwerk (Steinchen, Verunreinigungnen im Kaffee, Nagel ect.) zerbricht. Wenn du dir solche Vorbrecher machen wollen, bitte nehme dir dünnes (schwarzes) Eisen, welches sofort zerbricht. (Ich habe keinen Vorbrecher mehr in meiner Maschine) Dieses beschreibe ich in der Mahlwerkzerlegung noch genauer.

OFOF__Vorbecher
OF_Mahlwerk ZU 0. In der Zeichnung Oliv: Schüssel
ZU 1. In der Zeichnung Rot: Schraubendreher (groß)
ZU 2. In der Zeichnung rot: Schraubendreher (groß)
ZU 3. In der Zeichnung rot: Schraubendreher (mittel)

Du mußt dir als erstes einen sogenannten Schüssel bauen. Nehme dir VA oder Stahl, alles andere hält nicht so gut. Zu dem weißen Tupfen oben und unten: Dort mußt du deine Finger gegenhalten. Da ich zu faul war noch eine Rändelmutter einzuzeichnen: Diese Rändelmutter kannst du wieder über die Schraube drehen, damit das Gewinde geschont wird.

Ach so: Bitte fertige diesen Schüssel passgenau an: Ansonsten rutsch das Ding immer weg.

ZU 1. In der Zeichnung Rot:
Du nimmst einen Schraubendreher Marke Hammergroß und drehst die sogenannte Schraube wie in der Zeichung dargestellt. Du mußt ab und zu die Drehrichtung wechseln: Da die Achse bei fast allen Maschinen VERKLEBT ist. (Kein Loctite oder so etwas, nein vom Kaffee. Kaffee ist ölig und wird mit der Zeit ranzig, schnell drehende Maschine: Dann verklebt er) Dazu musst du nicht unbedingt den Schlüssel wechslen. Dann muß die Scheibe auf der das Mahlwerk sitzt sich langsam lösen. In der Zeichnung orange dargestellt. Wenn sich das Mahlwerk bis auf ca 2-4 mm auf den Rand zubewegt hat, bekommst du es nicht mehr weiter hinaus.

ZU 2. In der Zeichnung rot:
Dann nimmst du den Schraubendreher und gehen von UNTEN hinein, und rückelst (vor – zurück) ein bisschen. Scheibe drehen – rückeln ect. Dann müßte die Scheibe über das andere Teil hinausschauen.

ZU 3. In der Zeichnung ebenfalls rot:
Schraubendreher Marke groß nehmen und wegdrücken, Scheibe drehen – wegdrücken ect.
Wenn du das alles gemacht haben:

Nehme bitte 600 ter Naßschliffpapier und schleife die Welle (Achse) und das Durchgangsloch in der Scheibe an. Die inneren Mahlscheiben sind sehr schwer loszubekommen. Falls Sie diese nicht abbekommen sollten, dann nicht abnehmen.

Die äussere Mahlscheibe ist sehr leicht zu reinigen und auch abzunehmen: Drei Schrauben nur. Wenn du diese Mahlscheibe abgenommen haben, drehst du sie bitte um. Auf der andern Seite ist nochmals eine. Schraubst du diese, nachdem du sie gereinigt haben, wieder fest.

Einbau im Umgekehrter Reihenfolge.

Ach so, Vorbrecher: Dort wo der durchgängige Schlitz ist, dort gehört er rein. Es ist ein Halbmondförmiger MaschinenKeil. Er muß im Schlitz verschwinden. Im Bild unten dargestellt. Wo im den Bild Mahlwerkzerlegung der Schraubendreher (groß) (ZU 1) drinsteckt. Ich habe in meinen Maschinen keinen Vorbrecher mehr! Weil der heutige Kaffee in keinster Weise verunreinigt ist!

Ich hoffe das dir diese Gebrauchs & Reparaturanweisung für die Original Favorite Kaffeemühle etwas weiter geholfen hat. Ich würde mich auch freuen, wenn du mit mir Kontakt aufnehmen würden, falls irgendwelche Fragen noch ungeklärt geblieben sind. Wenn du Ersatzteile für diese Maschinen haben solltest, würde ich mich freuen über eine Mail!
Und danach ist es Zeit für einen schönen „Original Favorite“ gemahlen Kaffee!

Quelle: Copyright © by Jan Prothmann, alle Rechte vorbehalten


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